Vorlesungsreihe
Mi 08.04.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Peter Borscheid, Historiker, Universität Marburg:
Der Weg zu späten Freiheiten und Abhängigkeiten – Rückblicke auf das Alter
Während der letzten Jahrhunderte wechselte das Ansehen des Alters – wichtig war dabei die Entwicklung der späten Freiheit und der ganz späten Abhängigkeit.
Mi 15.04.09 | 19 Uhr
Dr. Herrad Schenk, Sozialwissenschaftlerin und freie Autorin:
Vorhang auf für die neuen Alten! – Vom allmählichen Wandel unseres kulturellen Altersbildes
Unser Altersstereotyp hat sich über Jahrhunderte kaum gewandelt, die Rolle alter Menschen dagegen sehr. Zwei Bilder prägen heute die öffentliche Diskussion: zum einen das von
Demenz und Pflegebedürftigkeit bestimmte Bild vom hohen Alter, zum anderen das von flotten jungen Alten, die sich auf Kosten der Gesellschaft ein schönes Leben machen.
Beide Klischees sind grobe Verallgemeinerungen, die auf den sozialen Wandel hinweisen.
Mi 22.04.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt, Literaturwissenschaftlerin, Universität Leipzig:
„Ich werde immer allein sein“ – Simone de Beauvoir
Wie kaum eine andere Autorin des 20. Jahrhunderts hat sich die französische Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir
mit dem Alter und dem Tod beschäftigt. In der Zeit ihrer großen literarischen Erfolge und der internationalen Anerkennung zwischen 1944 und 1963 beginnt sie sich intensiv mit den Veränderungen
und Ängsten auseinanderzusetzen, die das Alter mit sich bringt. In ihren Arbeiten „Der sanfte Tod“ und „Das Alter“ spürt sie den ‚Alterszeichen’ nach und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben.
Mi 29.04.09 | 19 Uhr
Dr. Pieter van Eeuwijk, Ethnologe, Universität Basel:
Altern in Unsicherheit. Gesundheit und Pflege von alten Menschen in Indonesien und Tansania
Die ‚jungen’ Gesellschaften in Asien und Afrika altern sehr rasch. Gleichzeitig sehen sich die alten Menschen zunehmend drei Unsicherheiten ausgesetzt: soziale Unterstützungsnetze
werden unzuverlässig, eigene Ressourcen sind ungenügend und staatliche Beihilfe fehlt, durch Urbanisierung und Wandel des Lebensstils vermehren sich chronische Erkrankungen.
Ein gesunder Geist und Körper gerade im Alter stellt deshalb eine überlebenswichtige Ressource dar.
Mi 06.05.09 | 19 Uhr
Dr. Veronika Darian, Theaterwissenschaftlerin, Universität Leipzig:
Des Alters neue Kleider? – Alter im Blick von Theater, Tanz und Film
Das „Alter“ ist für Theater, Tanz und Film in besonderem Maße eine Herausforderung. Zwischen der Inszenierung einer Suche nach Jugend und der Präsentation agiler Reife scheint
auch die Brüchigkeit der Bilder selbst auf.
Mi 13.05.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Christoph Türcke, Philosoph, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig:
Ästhetik des Alters
Altes ist nicht nur hässlich. Das gilt für Dinge nicht minder als für Menschen.
Mi 20.05.09 | 19 Uhr
Dr. Jutta Buchner-Fuhs, Kulturwissenschaftlerin, Erfurt:
Friseur und Fitnessstudio. Altersbilder und Körperpraktiken
Der Vortrag befasst sich aus ethnografischer Perspektive mit Körper- und Altersbildern und lässt alte Menschen mit ihren Meinungen zu Wort kommen.
Mi 27.05.09 | 19 Uhr
Dr. Richard Hüttel, Kunsthistoriker, Museum der Bildenden Künste Leipzig:
Jugend und Alter in der bildenden Kunst
Mit einigen Beispielen der bildenden Kunst (Baldung Grien, Dürer, Cranach, Goya u.a.) soll das Thema Jugend und Alter anschaulich umrissen werden. Dabei werden auch Beispiele aus
der aktuellen Kunst vorgestellt.
Mi 03.06.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Ortrun Riha, Medizinhistorikerin, Universität Leipzig:
Die Suche nach der Vollkommenheit – Medizinische Utopien und ihre ethischen Konsequenzen am Anfang und am Ende des Lebens
Der Sieg über Krankheit, Behinderungen und Altersbeschwerden gehört seit eh und je zu den Wunschvorstellungen der Medizin. Durch den medizinischen Fortschritt scheint dies in greifbare
Nähe gerückt zu sein – verbunden allerdings mit steigender Intoleranz gegenüber dem Imperfekten.
Mi 10.06.09 | 19 Uhr
Michael Rausch, Bereichsleiter Haus Steinstraße, Leipzig:
Intergenerative Kulturarbeit im Mehrgenerationenhaus
Ausgehend von einer kurzen Vorstellung des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden die intergenerativen Buch-,
Theater- und Kunstprojekte des Hauses beleuchtet.
Mi 17.06.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Harald Künemund und Nele-Marie Tanschus, Gerontologen, Universität Vechta:
Generationenbeziehungen in einer alternden Gesellschaft
Der Vortrag skizziert die historische Entwicklung, gegenwärtige Situation und mögliche Perspektiven der Beziehungen zwischen Alt und Jung in Familie und Gesellschaft.
Mi 24.06.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Lothar Böhnisch, Soziologe, Technische Universität Dresden:
Jugend in einer alternden Republik
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Generationengestaltung „Jugend im 20. Jahrhundert“. Er wirft die Frage auf, ob „Jugend“ heute gesellschaftlich entwertet wird. Weiter wird die Rückkehr
des Alters in die Gesellschaft untersucht und über mögliche zukünftige Beziehungen zwischen Jugend und Alter gesprochen.
Mi 01.07.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan, Psychologe und Literaturwissenschaftler, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg:
Wertedivergenzen im Kulturvergleich
Für Familien mit Migrationshintergrund scheint der Wunsch, eigenkulturelle Bezüge und Werte wie die Religion beizubehalten, recht stark ausgeprägt. Religion scheint für Migranten und Migrantinnen
eine immer stärkere identitätsstiftende Rolle zu spielen, die Spannungen und Kontroversen hervorruft. Der Vortrag diskutiert zum einen Sozialisations- und Werteerziehungsmuster in Migrantenfamilien, zum anderen stellt er Ergebnisse eigener Forschung zu kulturellen Werten, elterlichen Erziehungsstilen und ihren Wahrnehmung seitens der Jugendlichen im ethnischen Kontext vor.
Mi 08.07.09 | 19 Uhr
Dr. Susanne Formanek, Japanologin, Universität Wien:
Alter in Japan – zwischen Altenehrung und Altenaussetzung
Ausgehend von einem im Westen häufig angesprochenen mutmaßlichen japanischen Brauch der Altenaussetzung, wird das Referat einen Überblick über die Stellung alter Menschen in der japanischen Geschichte sowie über historische japanische Altersbilder und deren Fortwirken im heutigen Japan geben. Dabei wird versucht, zu differenzieren, in welchen Kontexten das Alter in Japan gewürdigt und in welchen es missachtet wurde und wird.
Mi 15.07.09 | 19 Uhr
Dr. Vera Bamler, Sozialpädagogin, Technische Universität Dresden:
Sexualität im Alter unter lebenslaufbezogener Perspektive
Was bedeuten Alter und Altern und welche Rolle spielen diese Prozesse für die Sexualität? Welchen Stellenwert haben sexuelle Erfahrungen und sexuelle Entwicklung im Lebensverlauf vor dem
Hintergrund kultureller, sozialer und gesellschaftlicher Bedingungen?
Mi 22.07.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Andreas Kruse, Gerontologe, Universität Heidelberg:
Potenziale des Alters – kollektive und individuelle Deutungen
Wie haben sich die Bilder des Alterns und Alters in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt? Welche emotionalen, motivationalen und kognitiven Merkmale des Alters rufen die Entwicklungsmöglichkeiten
und Entwicklungsgrenzen dieses Lebensabschnittes hervor? Diese Entwicklungsmöglichkeiten sind gesellschaftliche und individuelle Potenziale, deren Verwirklichung an die Existenz „altersfreundlicher
Umwelten“ gebunden ist. Wie sollten diese beschaffen sein?
Mi 02.09.09 | 19 Uhr
Dr. Renate Krieg, Sinologin, Berlin:
Die „graue Welle“ – Absicherung und Situation alter Menschen in der Volksrepublik China
Der Vortrag behandelt verschiedene Aspekte des Themas Alter und Älterwerden in der Volksrepublik China. Durch den rapiden Anstieg des Anteils alter Menschen kommen auf das Land große Probleme zu, die
in Zukunft gelöst werden müssen. Behandelt wird auch die Situation alter Menschen vor dem Hintergrund des sozialen Wandels.
Mi 09.09.09 | 19 Uhr
Elmar Stapelfeldt, Indologe und Heilpraktiker, Wien:
„Lebensqualität statt Lifting“ – Prävention und Gesundheitsförderung des Ayurveda (Rasayana)
Der Vortrag bietet einen Einblick in die Gesundheitslehre des Ayurveda und zeigt eine ganzheitliche Alternative zu kosmetischen Verjüngungsansätzen auf.
Mi 16.09.09 | 19 Uhr
Petra Martin, Ethnologin, Museum für Völkerkunde Dresden:
Reise der Seele – Bestattungsrituale der Sa’dan Toraja (Indonesien)
Nach dem Glauben der Toraja ist der Tod nicht allein ein biologisches Phänomen. Ein Mensch stirbt erst im Rahmen seines Totenfestes, das mitunter Monate, Jahre oder Jahrzehnte nach seinem Ableben ausgerichtet wird.
So lange „lebt“ der Verstorbene im Haus der Familie weiter. Er gilt als fieberhaft erkrankt und sein Zustand wird als „schlafend“ beschrieben. Erst die Bestattungsrituale ermöglichen die Passage von Leben zu Tod und geleiten die Seele in das Reich der Ahnen.
Der Vortrag verdeutlicht die Vorstellungen der Sa’dan Toraja von Tod und Seelengeleit und bezieht dabei auch Filmsequenzen ein.
Mi 23.09.09 | 19 Uhr
Prof. Dr. Bernhard Streck, Ethnologe, Universität Leipzig:
Vorgezogene Falten? – Das Rätsel der Gesichtsbemalung in den Bergen Kordofans
Die farbige Ornamentierung der Haut kann auf Dauer (Tatauierung) oder Vergänglichkeit (Bemalung) angelegt sein. Für letzteres geben die Bewohner von Kau, Fungor und Nyaro in Südkordofan ein
spektakuläres und gut dokumentiertes Beispiel. Der Vortrag möchte verschiedene Zugangsweisen zu dieser sehr persönlichen Kunst vorstellen.
KALENDER
Do 1.10.09 | 16.30–20.15 Uhr
Vortrag
Ayurveda – Altes Wissen, um jung zu bleiben
Do 01.10.09 | 19 Uhr
Filmreihe
Tanz mit der Zeit
So 04.10.09 | 15 Uhr
Öffentliche Führung
